Gitarre in Quartenstimmung (EADGCF)

Es hat mich an der Gitarre schon immer gestört, dass der Abstand zwischen G- und H-Saite einen Halbton kleiner ist als die übrigen Saitenabstände. Das war auch ein Grund, warum ich lieber Bass spielte. Im Oktober 2015 bin ich auf die Quartenstimmung gekommen, bei der H- und hohe E-Saite jeweils einen Halbton höher auf C und F gestimmt werden, so dass alle Saitenabstände Quarten sind. Seit dem spiele ich nur noch in dieser Stimmung.

Die Quartenstimmung hat Vor- und Nachteile. Wie wichtig diese jeweils für einen sind und ob letztlich die Vor- oder die Nachteile überwiegen, wird jeder für sich unterschiedlich bewerten. Manche Dinge gehen mit der Quartenstimmung leichter, andere schwerer oder gar nicht. Wahrscheinlich ist sie für Jazz oder Metal geeigneter als für Country oder Flamenco. Je nachdem, wie man Gitarre spielt, wird die Quartenstimmung dafür günstig oder ungünstig sein.

Vorteile: Nachteile: Die Quartenstimmung wird außerdem auf folgenden Instrumenten standardmäßig verwendet:

Ein ähnliches Konzept wie die Quartenstimmung gibt es mit der Jankó-Klaviatur auch für das Klavier.

Anstatt die oberen beiden Saiten einen Halbton höher zu stimmen kann man natürlich auch die unteren vier Saiten einen Halbton tiefer stimmen, um durchgängig Quarten zu erreichen. Das bietet sich an, wenn man eine fremde Gitarre auf Quartenstimmung umstimmen will, ohne die Saiten oder die Decke zu sehr zu strapazieren.

FAQ

Warum verwendet kaum jemand diese Stimmung?
Die allermeisten werden noch nie auf die Idee gekommen sein, eine andere Stimmung auszuprobieren, oder haben noch nie von der Quartenstimmung gehört. Andere sind bereits so gut mit der Standardstimmung, dass sie durch die Umstellung weit zurückgeworfen würden. Es gibt aber auch Gitarristen, die von der Standardstimmung überzeugt sind.
Verlerne ich die Standardstimmung oder komme ich durcheinander, wenn ich die Quartenstimmung mal eine Zeit lang ausprobiere?
Nein, interessanterweise nicht. Das Ausprobieren wird sogar eine auch für das Spiel mit der Standardstimmung hilfreiche Erfahrung sein. Erst wenn man nur noch in der Quartenstimmung spielt, wird die Standardstimmung natürlich irgendwann ungewohnt.
Braucht man dafür besondere Saiten?
Nicht unbedingt, so viel Unterschied in der Saitenspannung macht der Halbton nicht aus. Bei Stahlsaiten kann man die hohe E/F-Saite um 1 tausendstel Inch dünner nehmen, um wieder etwa das gleiche Gefühl zu erreichen, also z.B. 8 statt 9 oder 9 statt 10. Die H/C-Saite würde ich eher nicht ändern, weil sie bei den üblichen Saitensätzen nach meinem Gefühl ohnehin unverhältnismäßig dünn geraten ist. Auf der E-Gitarre bin ich inzwischen bei 8-11-15-26-36-48 gelandet. Auf der klassischen Gitarre spiele ich Thomastik Classic N Superlona CR128. Die enthaltene 27 E/F-Saite ist die dünnste aus klarem Nylon, die ich gefunden habe.

Griffbilder

Im Gegensatz zu den üblichen Grifftabellen habe ich nicht unübersichtlich jeden Akkord einzeln dargestellt, sondern ähnlich gegriffene Akkorde jeweils in einem Griffbild zusammengefasst. Auf diese Weise kann man das Ganze als System verstehen, anstatt hunderte Akkorde auswendig zu lernen. Die Übersichten passen jeweils auf nur eine Seite, gefolgt von einer zweiten Seite mit Erläuterungen.

Links

Auf englisch heißt die Quartenstimmung All fourths tuning, Perfect fourths tuning (abgekürzt auch P4) oder einfach Fourths tuning. Praktisch alles dazu im Netz ist auf englisch, auf deutsch habe ich bisher nur Forumsdiskussionen gefunden.